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2 Episoden · DE / EN / FR / IT / ES

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Über den Podcast

Ein Podcast über Unternehmertum, Selbstoptimierung und Minimalismus, der dir unter anderem hilft, Schritt für Schritt dein eigenes Unternehmen zu gründen.

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Franz Carl Weber: Aufstieg und Niedergang eines Schweizer Spielwarenunternehmens

2026-10-1350:20Original: DE

Das Originaltranskript bleibt auf DE. Kein Audio-Player.

Zusammenfassung

In dieser Folge des Podcasts über historische Schweizer Unternehmerinnen und Unternehmer spricht ein nicht namentlich bestätigter Host mit dem Gast Karl Amereller über Franz Carl Weber und die Entwicklung des Schweizer Spielwarenunternehmens. Amereller erinnert sich an die Kataloge aus seiner Kindheit und zeichnet den Weg des Gründers vom Pfarrerssohn aus Nordbayern zum Zürcher Unternehmer nach. Nach dem Tod des Vaters und einer kaufmännischen Lehre in der Spielwarenbranche kam Franz Carl Weber nach Zürich. Dort blieb er auf dem Weg in die Türkei wegen der politischen Lage hängen. 1881 eröffnete er an der damals noch wenig entwickelten Bahnhofstrasse ein Spielwarengeschäft. Sein Bruder Konrad war zuvor aus dem Geschäft, an dem er gearbeitet hatte, ausgestiegen; wegen eines Konkurrenzverbots wurde die neue Firma unter Franz Carls Namen gegründet.

Der Betrieb entwickelte sich mit vergleichsweise einfachen Mitteln: Die Gründer importierten Spielwaren aus Nürnberg, machten zusätzliche Buchhaltungsarbeiten und diversifizierten ihr Angebot. Ein bebilderter Katalog und eine durchgehende Schaufensterfront gehörten laut Amereller zu frühen Innovationen. Über drei Generationen wuchs das Familienunternehmen, baute Filialen und Partnergeschäfte auf und engagierte sich früh für Mitarbeitende. Die Übernahme des US-Spielwarenhändlers FAO Schwarz 1974 und die Expansion in mehrere Länder markierten den internationalen Höhepunkt. Zum hundertjährigen Bestehen 1981 umfasste die Gruppe laut Gespräch 163 Geschäfte und 2.700 Mitarbeitende.

Anschliessend beleuchtet das Gespräch den Rückgang: Die Auslandsexpansion erwies sich als zu gross, die Ölkrise belastete die Nachfrage, und eine Nachfolgegeneration fehlte. 1984 wurde das Unternehmen an Denner verkauft. Spätere Besitzerwechsel, Veränderungen im Spielwarenhandel und der Onlinehandel erschwerten die Lage weiter. Amereller nennt zudem den Verlust des Stammhauses an der Bahnhofstrasse 2016 und beschreibt die spätere Übernahme durch Müller. Das Gespräch endet mit Amerellers Würdigung der Anpassungsfähigkeit, der Mitarbeitenden und der prägenden Rolle der Unternehmensleitung.

Kernaussagen

01

Der Katalog als frühe Innovation

Karl Amereller beschreibt den ersten Katalog mit Holzschnitten als aufwendig, aber für die Verbreitung des Angebots wichtig. Er stellt ihn neben die ungewöhnliche, durchgehende Schaufensterfront des Geschäfts als Beispiel für frühe Innovationen.

Karl Amereller· Gast

02

Anpassung während der Weltkriege

Karl Amereller sagt, Franz und Karl Weber hätten die schwierigen Bedingungen in beiden Weltkriegen gut bewältigt. Bei Importverboten hätten sie Schweizer Hersteller unterstützt und mit ihnen Produkte entwickelt, die im Land hergestellt werden konnten.

Karl Amereller· Gast

03

Internationaler Höchststand 1981

Karl Amereller beziffert die Gruppe zum hundertjährigen Bestehen auf 163 Geschäfte und 2.700 Mitarbeitende. Er bezeichnet sie als das weltgrösste Unternehmen der Branche.

Karl Amereller· Gast

04

Die Expansion im Ausland scheiterte

Karl Amereller beurteilt die Auslandsexpansion als gescheitert und als zu gross dimensioniert. Er verbindet das Scheitern mit dem starken Umbruch im Spielwarenhandel.

Karl Amereller· Gast

Die wichtigsten Learnings

01

Zusätzliche Arbeit half in der Anfangszeit

Karl Amereller berichtet, dass Franz Carl Weber neben dem Geschäft Buchhaltungsarbeiten für andere Firmen übernahm. So sollte der Betrieb finanziell über die Runden kommen.

Karl Amereller· Gast

02

Das Angebot wurde über Spielwaren hinaus erweitert

Karl Amereller erklärt, dass das Unternehmen auch Fasnachtsartikel, Masken und Dekoration verkaufte. Die Erweiterung des Sortiments sollte helfen, Miete und Löhne zu bezahlen.

Karl Amereller· Gast

03

Der Spielwarenhandel war stark saisonabhängig

Karl Amereller hebt hervor, dass ein grosser Teil des Geschäfts rund um Weihnachten anfiel. Gleichzeitig mussten laufende Kosten auch in ruhigeren Zeiten getragen werden.

Karl Amereller· Gast

04

Partnergeschäfte ermöglichten Wachstum ohne eigene Filialimmobilien

Karl Amereller beschreibt das Partnergeschäft als Möglichkeit, Waren und Marke in anderen Geschäften anzubieten. Der Partner stellte Fläche bereit, während Franz Carl Weber seine Produkte dort platzierte.

Karl Amereller· Gast

05

Die Nachfolge wurde zum entscheidenden Problem

Karl Amereller sagt, dass Toni auf die sechzig zuging und niemand bereitstand, das Unternehmen zu übernehmen. Damit blieb die Nachfolge eine zentrale offene Frage.

Karl Amereller· Gast

Spannende Aussagen und Diskussionen

01

Der Weg von Nürnberg nach Zürich

Karl Amereller erzählt, dass Franz Carl Weber nach einer Lehre in der Spielwarenbranche eine Stelle in Smyrna in Aussicht hatte. Auf der Reise blieb er wegen der politischen Lage in Zürich bei seinem älteren Bruder Konrad hängen.

Karl Amereller· Gast

02

Ein Geschäft in einer noch unfertigen Bahnhofstrasse

Karl Amereller schildert die Lage des ersten Geschäfts als deutlich anders als die spätere Einkaufsstrasse: 1881 fehlten dort wichtige Verkehrsverbindungen und die heutige Geschäftszentrumsfunktion. Er vergleicht den Standort mit dem damaligen Kratzquartier.

Karl Amereller· Gast

03

Verkauf und Kundenservice vor Ort

Karl Amereller berichtet von grossformatigen Spielsachen, die den Kundinnen und Kunden nach dem Kauf nach Hause gebracht wurden. Auch Puppen konnten aus einzeln verkauften Bestandteilen zusammengestellt werden, was den Verkauf aufwendig machte.

Karl Amereller· Gast

04

Frühe Unterstützung für Mitarbeitende

Karl Amereller beschreibt die Arbeit vor Weihnachten als besonders fordernd und verbindet die frühen Sozialleistungen mit dem Ziel, die Mitarbeitenden an die Firma zu binden. Im Gespräch wird dabei auch eine Personalfürsorgestiftung erwähnt.

Karl Amereller· Gast

05

Führungswechsel innerhalb der Familie

Karl Amereller schildert die Übergabe innerhalb der Familie als schrittweisen Weg: Nach Ausbildung und Tätigkeit im Betrieb konnten Familienmitglieder Verantwortung übernehmen. Er beschreibt diese Wechsel als weitgehend konfliktfrei.

Karl Amereller· Gast

06

Warenhäuser als wachsende Konkurrenz

Karl Amereller erklärt, dass Warenhäuser im Lauf der folgenden Jahrzehnte immer mehr Marktanteile gewannen. Ihre starke Kundenfrequenz setzte Fachgeschäfte wie Franz Carl Weber unter Druck.

Karl Amereller· Gast

07

Die Übernahme von FAO Schwarz

Karl Amereller ordnet FAO Schwarz als traditionsreiches US-Spielwarengeschäft mit Hauptsitz an der Fifth Avenue ein. Franz Carl Weber übernahm die Gruppe 1974.

Karl Amereller· Gast

08

Denner und der Verkauf von 1984

Karl Amereller beschreibt Denner als Käufer, der vor allem an den Immobilien interessiert gewesen sei. Er berichtet auch, dass in der Presse damals die Gesundheit des Unternehmens nicht im Mittelpunkt der Darstellung gestanden habe.

Karl Amereller· Gast

09

Der Verlust des Stammhauses

Karl Amereller sagt, dass der Enkel des damaligen Eigentümers das Gebäude an Swiss Life verkaufte. Nach einer Erhöhung des Mietzinses sei zunächst die Fläche reduziert worden; schliesslich musste Franz Carl Weber ausziehen.

Karl Amereller· Gast

Kontroverse Aussagen

01

Die Auslandsexpansion: Wachstumsstrategie oder zu grosses Risiko?

Der nicht namentlich bestätigte Host stellt die gescheiterte Expansion als zentrale Frage. Karl Amereller urteilt rückblickend, sie sei eine Nummer zu gross gewesen; dies ist seine Einschätzung und keine im Gespräch unabhängig überprüfte Bewertung. Er verweist auf den Wandel des Spielwarenhandels und darauf, dass die ausländischen Beteiligungen 1982 und 1983 abgestossen oder geschlossen werden mussten.

Karl Amereller· Gast

02

War der Onlinehandel ausschlaggebend?

Der Host bringt E-Commerce und Amazon als möglichen Druckfaktor ins Spiel. Karl Amereller relativiert diese Erklärung für die betreffende Phase: Der Onlinehandel habe noch keine so grosse Rolle gespielt; zugleich nennt er veränderte Spielgewohnheiten, den ersten Computer und den Eintritt von Markenherstellern in den Ladenverkauf.

Karl Amereller· Gast

03

Corona als Todesstoss oder umsatzstarke Zeit?

Der Host fragt, ob Corona dem Unternehmen den Todesstoss gegeben habe. Karl Amereller widerspricht dieser Deutung für die Spielwarenbranche: Sie habe während der Pandemie Spitzenumsätze erzielt, was den späteren Misserfolg für ihn umso trauriger mache.

Karl Amereller· Gast

Fragen und Antworten

Wer war Franz Carl Weber?

Karl Amereller beschreibt Franz Carl Weber als den Gründer des Spielwarenunternehmens, das später unter seinem Namen bekannt wurde. Der in Nordbayern geborene Pfarrerssohn kam nach Zürich und eröffnete dort 1881 ein Spielwarengeschäft.

Karl Amereller· Gast

Warum wurde das Unternehmen nach Franz Carl Weber benannt?

Karl Amereller erklärt, dass Konrad aus dem bisherigen Geschäft ausgestiegen war und wegen eines Konkurrenzverbots nicht unter seinem Namen ein neues Spielwarengeschäft eröffnen konnte. Deshalb wurde die neue Firma unter Franz Carls Namen gegründet.

Karl Amereller· Gast

Was war die Bedeutung des ersten Katalogs?

Karl Amereller sagt, der Katalog sei mit Holzschnitten aufwendig gestaltet worden und habe die Verbreitung des Angebots unterstützt. Im Gespräch wird er als eine der Innovationen des Unternehmens eingeordnet.

Karl Amereller· Gast

Wann wurde Franz Carl Weber an Denner verkauft?

Der nicht namentlich bestätigte Host nennt 1984 als Verkaufsjahr. Karl Amereller bestätigt Denner als Käufer und bezeichnet Franz Carl Weber als dessen Tochtergesellschaft.

Karl Amereller· Gast

Themen und Fachgebiete

  • Franz Carl Weber
  • Karl Amereller
  • Unternehmensgeschichte
  • Schweizer Unternehmertum
  • Spielwarenhandel
  • Familienunternehmen
  • Bahnhofstrasse Zürich
  • FAO Schwarz
  • Unternehmensnachfolge
  • Einzelhandel

Originalaussagen

“Der beste Laden ist immer noch der, in dem der Besitzer steht.”

Karl Amereller· Gast

“dass jede schwarze Wolke eine dem Himmel zugewandte Sonnenseite hat.”

Karl Amereller· Gast

Vollständiges Originaltranskript

DE · 226 Abschnitte · nicht übersetzt

Vollständiges Originaltranskript · 50:17

0:05Karl Amereller

Willkommen zum Podcast über historische Schweizer Unternehmerinnen und Unternehmer.

0:13Speaker B

Willkommen zum Elmfrey Podcast. Heute wieder mal ein Volk mit historischen Unternehmerinnen und Unternehmern. Und das ist ein Volk, wo wir eigentlich schon viel früher hätten bringen müssen, weil es ist ein unglaublich bekannter Brand. Wir reden über Franz Karl Weber, unser Unternehmer, Spitzigunternehmer in der Schweiz. Franz Karl Weber, der mal Weltmarktführer war. Und wir reden heute darüber. Willkommen, Karl.

0:38Karl Amereller

Ja, saudi allen.

0:39Speaker B

Zuerst mal, wieso haben wir so lange gehabt, bis wir eigentlich auf dich gekommen sind?

0:43Karl Amereller

Ja, das ist eigentlich spontan gekommen. Ja, ja. Und ich bin ja als Kind, bin ich ja in Franz Karl Weber immer. Ich habe die letzten 20 Jahre von Franz Karl Weber noch hautnah erlebt. Und ich hatte die Große Katalog da ausgefüllt und angekreuzt und da ist es zum Götti gegangen und da ist es zu der Mutter gegangen. Dann ist es ja zu den Verwandten gegangen, haben sie gewusst, was wir schenken müssen.

1:08Speaker B

Ja, das bist nicht nur du gewesen, sondern ich auch. Also sogar meine Generation, Franz Karl Weber war natürlich das grosse Ding an der Bahnhofstrasse. Und ich habe noch eine andere Connection. Franz Karl Weber hat mal zwischenzeitlich immer einen Kollegen von mir gehört. Ja, oké.

1:23Karl Amereller

Dobbel.

1:24Speaker B

En daar werden we nog wel naar toe gegaan. Maar laten we eens toch maar ganz, ganz aan het begin gaan.

1:29Karl Amereller

Maar u bent wel een verspeelde mens, wat ik ook zei.

1:32Speaker B

Lego links en rechts. Ja, Lego zag ik. Ik leef in speeltuig. En ik ben natuurlijk heel begeisterd voor al deze collectibles. Also al die Pokémon-kaarten. Maar kunnen we maar die geschiedenis?

1:46Speaker C

Ja.

1:46Speaker B

Neem ons maar terug. Hoe vangen we eraan? Hoe zijn we met Frans Galweber?

1:50Karl Amereller

Ja, Frans Galweber heisst eigenlijk Frans Philippe. Carl Friedrich Weber. Und er ist geboren als Sohn von einem protestantischen Pfarrer. Und zwar nicht in der Schweiz, also das war in Süddeutschland, das heisst in Nordbayern. Schwarzenbach am Wald. Und Schwarzenbach am Wald kenne ich selber. Ich war mehrmals da, weil ich von einem Fabrikanten kam, der dort gearbeitet hat und seine Fabrik hatte. Das ist so wirklich verspielte Vögelandschaft, alles grün. Und eben wenig Industrie, kleine Dörfer, eben ein richtiger Hof.

2:33Speaker B

Oberfranken, Bayern, schöne Landschaft.

2:36Karl Amereller

Der Frankenwein natürlich, der Boxbeutel.

2:39Speaker B

Und wir sind dort in dieser Landschaft Pfarrer und bis jetzt haben wir ja schon ein paar von unseren Geschichten gehabt.

2:47Karl Amereller

Die Amandos sind Vater.

2:50Speaker B

Ist Amandos gewesen und das Leute aus Süddeutschland in die Schweiz gekommen sind. Das hat es ja immer gegeben. Aber wir haben ja dort häufig auch etwas gehabt, dass sie verfolgt worden sind. Ist das auch so ein Fall gewesen, wo die Familie verfolgt worden ist?

3:04Karl Amereller

Nein, also das hat schon mit politischen Umständen zu tun. Also einerseits war es das, wo man irgendwo ein Haus finden musste und arbeiten gehen musste. Und dann ist die Geschichte schon auch sehr speziell. Also der Pfarrer, der Mandus, ist schon gestorben, als Karl 4 war. Und er ist der Jüngste gewesen von 5 Brüdern. Und dann sind sie zu der Familie der Mutter gezogen, nach Offurt, und sind dort eigentlich aufgewachsen.

3:33Karl Amereller

Und die haben sich schon liebevoll um sie gekümmert. Und er hat dann dort auch etwas tun können. Und dann ist der Vater seiner Frau, von seiner Mutter, gestorben. Ist auch noch gestorben, genau. Und der Herr Rieser. Und dann hat er Dann haben sie die Schulen nicht mehr zahlen können.

3:54Speaker B

Wir machen aber nicht den Fehler—

3:55Karl Amereller

Er hat also keine höhere Ausbildung machen können, wofür er sich eigentlich geeignet hätte, weil das Geld ausgegangen ist.

4:02Speaker B

Wir machen aber nicht den gleichen Fehler wie die anderen Bücher, wo man Frauen nicht erwähnt. Das ist ja häufig. Sondern seine Mutter ist Maria Friederike Henrietta Riesner. Und das ist die Mutter, die du gesagt hast, und er ist deine aufgewachsene Beim Grossvater oder bei den Grosseltern, und der ist dann auch gestorben.

4:23Karl Amereller

Ja, und dann, wo dann das Geld ausgegangen ist, konnte er nicht in die Pfarrweiseschule. Das hat es da nicht gegeben. Da hat er jetzt schon eine anständige Ausbildung bekommen, und dann musste er halt eine Lehre machen.

4:38Speaker B

Was hat er für eine Lehre gemacht?

4:39Karl Amereller

Und in dieser Gegend hat es natürlich ganz viele Spielwarenfabrikanter gegeben, also erweitert die Gegend von Nürnberg. Nürnberg kennt ja auch als Spielwarenzentrum. Dort haben auch bis heute findet dort Spielwarenmesse statt und das ist das ist ganz wichtig. Und er ist dann zu einem Betrieb gegangen, wo gehandelt hat mit mit Spielsachen und hat dort seine Lehre gemacht.

5:07Speaker B

Damit wir da hier auch einen Kontext haben, da reden wir von er ist geboren 1855, also 19. Jahrhundert und dort ist Spielzeug schon etwas Wichtiges ist und in der Schweiz wichtig gewesen. Was sind das für Spielsachen dazu?

5:21Karl Amereller

Spielsachen, das ist natürlich sehr klasseabhängig gewesen. Es tut mir leid, das zu sagen, aber die Bauern und Arbeiter, die haben sich ein Stück Holz leisten können, wo sie halt ein bisschen geschnitzt haben, dass es ein bisschen wie ein Tier ausgesehen hat. Und die Kinder haben dann mit diesem Stück Holz gespielt. Es gibt Ausstellungen von solchen Hölzern. Und die Spielsachen, ich war bei einer reicheren Familie. Und natürlich hat man dort nicht so viel gespielt.

5:52Karl Amereller

Also unter der Woche war Arbeit, war Schule. Und am Wochenende unter Aufsicht der Eltern hat man dann ein paar Spielsachen vorgenommen. Das war eine strenge Zeit für Kinder, mit viel Kinderarbeit auch. Und ja, an der Stelle heute muss ich das wirklich alleine stellen.

6:15Speaker C

Just a short break for some self-promotion. As you maybe know, the L&Fry Company is tokenized. So I'm the first person in Europe who got tokenized. What does that mean? With the L&Fry Company being tokenized, you can buy and sell L&Fry Company shares. You can buy 1 share or 10 shares. And the cool thing is you can sell the shares again at any time. If you're a shareholder of the Alan Fry Company, you will be part of the Alan Fry Company. So you can vote at the general assembly. You will have access to the shop, stuff like that. So if you want to become an investor and participate in everything I do, just go to alfray.com/investor and become an investor. And now back to the show.

6:59Speaker B

And ich bin der Spielwarenexportfirma Ullmann und Engelmann. Macht dette sinne leer. Und dann mit 23 stirbt aber auch seine Mutter.

7:10Karl Amereller

Ja, und er war das Jüngste von diesen 5 Golfern. Und alle 4 Brüder sind bereits ausgewandert. Und er war jetzt natürlich ganz allein in Nürnberg. Er hatte keine Verwandten mehr dort. Und hat sich dann entschieden, in der Türkei das Glück zu suchen, weil er dort einen Job angeboten bekam. Weiss man, was das für eins war? Nein, nein, nein. Ich weiss nur, dass es in Smyrna war.

7:40Speaker B

Smyrna in der Türkei.

7:42Karl Amereller

Genau. Und er hat sich in das Abenteuer gestürzt. Und ist dann aber zuerst einmal nach Zürich gefahren, wo er einen Bruder hatte, der 10 Jahre älter war, Konrad. Und ja, ist dort hängen geblieben. Und zwar nicht so unfreiwillig. Also es ist ja dort, der Russ war schon mal in der Psychiatrie. Es gab einen Mord auf den Kaiser Wilhelm und alles ganz Osteuropa. Hat sich umgestaltet und natürlich Kriegsgebiet. Er hat nicht können aufs Meer nachgehen und ist darum in Zürich hängen geblieben.

8:19Speaker B

Sein Bruder hat dort schon eine Firma gehabt oder ist schon beteiligt gewesen, oder?

8:23Karl Amereller

Sein Bruder hat dort schon für für auf der Spielwarenbranche geschafft und er er hat er ist ja auch älter gewesen und hat hat auch viel Wissen gehabt und Der Neueinwanderer natürlich auch, weil er hat seine Lehre gemacht auf dem Beruf.

8:41Speaker B

Er hat dann gearbeitet, zuerst mal in einer Drogerie. Finzler.

8:46Karl Amereller

Finzler, ja, ja. Gibt es die noch? Das frage ich mich auch. Wir sind auch immer in die Drogerie Finzler gegangen, wo ich noch klein war. Vielleicht, ja.

8:56Speaker B

Müssten wir mal schauen, oder vielleicht weiss es irgendeiner, ob es diese Drogerie noch gibt.

8:59Karl Amereller

Es ist ein Name.

9:01Speaker B

Und er fängt dort an, Schweizerdeutsch zu lernen. Also das ist auch etwas. Er hat dort angefangen, Schweizerdeutsch zu lernen und ist jetzt in der Schweiz, in Zürich, mit 12 Jahren.

9:11Karl Amereller

Ja, und hat Jobs gehabt. Also er musste natürlich Geld verdienen, er hatte keinen Stutz gehabt. Darum ist er nach einer Woche da raus, hat er einen Job gefunden. Und das finde ich jetzt nicht so selbstverständlich.

9:22Speaker B

In den 200er-Jahren.

9:24Karl Amereller

Wenn man denkt, ja, wenn es so wenig Einwanderer hat. Also Zürich hat dort 70'000 Einwanderer gehabt. Also das ist eine relativ kleine Stadt gewesen. Eine Industriestadt. Und er hat einen Job gefunden, eigentlich, der ein bisschen näher ist an dem, was er gelernt hat, und nicht in der Fabrik arbeiten musste.

9:42Speaker B

Er ist ja jetzt also in Zürich. Er ist in Zürich, er hat Schweizerdeutsch, ist in dieser Drogerie, und sein Bruder hat das beteiligt an dem Geschäft, wo sie auch Spielwarenhandel machen. Was passiert dann?

9:55Karl Amereller

Ja, der Bruder ist ausgestiegen bei diesem Geschäft. Und du weisst, es ist natürlich Konkurrenzverbot. Das war schon damals so. Er konnte nicht unter seinem Namen ein Spielwarengeschäft eröffnen. Also haben sie es unter dem Namen von Franz Karl, wie er sich dann abgekürzt hat, gegründet. Darum heisst die Firma Franz Karl Weber, aber nicht Konrad und Karl Franz oder so etwas, weil der hätte das nicht machen können aus Konkurrenzgründen.

10:25Karl Amereller

Und die haben dann ein Lokal gefunden am Fröschengraben. Bahnhofstrasse, und das hat mich sehr erinnert an Dosenbach, weil es ist 1881, Dosenbach ist glaube ich 1880 gewesen. Eben Bahnhofstrasse hat es noch nicht gegeben. Es ist nur, Paradeplatz sind sie langsam am Bauen gewesen, und Geibruck hat es noch nicht gegeben, Bürgerliplatz hat es noch nicht gegeben, und oben an der Bahnhofstrasse war das Kratzquartier, das Arbeiterquartier, das Billigste von Zürich, bis dann die Stadt dort aufgekauft hat, die ganze Gebiet und Statusteppe hat zum Beispiel.

11:06Karl Amereller

Und Geschäftszentrum ist überhaupt eine Bahnhofstrasse gewesen heute.

11:11Speaker B

Ja, eben.

11:11Karl Amereller

Das Zentrum ist Limmat gegangen. Ja. Marktgass, Mülligass dort auf der anderen Seite von der Limmat.

11:19Speaker B

Und ich habe mal gehört, dass man eben Bahnhofstrasse gemacht hat, weil die armen Leute das mal am Wasser gewohnt haben, weil es dort sehr viel Suchende gegeben hat und es ist nicht super gewesen. Und man hat dort, weil die Ärmere Leute von der Stadt verbinden mit dem Zentrum oder mit dem Bahnhof damals. Hat dort die Bahnhofstrasse gebaut und das connected. Aber es ist überhaupt nicht berühmt gewesen. Aber er ist dort an Bahnhofstrasse 48. Ich habe gerade schon nachgeschaut, was jetzt steht. Dort ist der Omega-Lader jetzt drin.

11:50Karl Amereller

Ja, ja, okay, schön.

11:52Speaker B

Und das heisst, sie haben dort das Geschäft eröffnet. Fröschengraben ist dort gewesen. 1881. Mit ein wenig Startkapital.

12:02Karl Amereller

Ja, also ich denke, die Brüder hatten ein bisschen was und sind ja sparsame Leute gewesen. Und sie hatten natürlich Produkt gehabt. Sie haben gewusst, wo einkaufen. Sie haben dann über Pferdefuhrwerke Spielsachen von Nürnberg importiert und sind eben mit sehr wenig Geld gestartet.

12:22Speaker B

Jetzt schau, du hast ja ein paar Fakten aufgeschrieben. Also der Mietzins ist damals so mal 3000 Franken. Im Jahr gewesen an der Bahnhofstrasse. Also den Mietvertrag sollte man noch haben. Und es ist, wie du gesagt hast, man hat keine Kundenfrequenz gehabt, es hat keinen Touristen gehabt dort. Die reichen Leute haben eher auf der anderen Seite gewohnt gehabt. Das ist auch mal etwas, was ich hören kann. Dort, wo halt Steingebäude sind. Also die vielen auf der Bahnhofstrasse sitzen, sehr viele Holzgebäude gewesen. Das sieht man heute immer noch.

12:53Karl Amereller

Marktgasse heisst ja nicht umsonst Marktgasse.

12:55Speaker B

Genau.

12:56Karl Amereller

Nett ist die Einkaufssee.

12:58Speaker B

Und er hat trotzdem dort den Shop eröffnet, die erste Franz-Karmabebahn auf Strasse 48. Ist ihm es von Anfang an gerade gelaufen?

13:07Karl Amereller

Ja, du, eben, du musst denken, also Fussgängerstadt, also es hat noch keine Trams gegeben 1881, die sind erst ein Jahr später gekommen. Strom ist 13 Jahre später gekommen. Also du kannst dir vorstellen, bei Herzenlicht hast du da einen Laden. Und mit dem Graben vorne drauf, mit dem Frösche graben. Und was dann schön war, es gibt so eine Anekdote, dass sie das Scampiross ausgepackt haben vor dem Laden. Und dann ist ein Herr gekommen.

13:38Speaker B

Also das war vom Logo gesehen?

13:41Karl Amereller

Genau, das vom Logo. Und der hat gesagt, das gefalle ihm. Und die haben dann das gekauft. Und dann musst du dir vorstellen, das ist ja nicht so ein kleines Scampiross. Dann hast du es ihm natürlich noch bringen müssen, oder? Das hat auch dazugehört, dass man den Leuten die Sachen heimbringt. Also wie heute. Ja, ja. Und der Sohn beschreibt noch sehr schön, wie das dann so stattgefunden hat. Du hast zum Beispiel ein Baby verkauft.

14:09Karl Amereller

Und das Baby hast du nicht als Ganzes kaufen können. Da hast du den Kopf gehabt, das Kleider gehabt, das Figur gehabt. Und du hast alles einzeln verkauft. Und du hast einen schönen Nachmittag verbringen können mit der Kundin. Babys zusammenstellen und dann ist es noch nicht einmal unbedingt ein Verkauf gewesen, weil dann hat sie sich es nochmals überlegt und ist vielleicht wieder gekommen. Also sehr aufwendiger Verkauf.

14:33Speaker B

Und es ist ja am Anfang auch nicht so—

14:34Karl Amereller

Aber es ist schon gelungen.

14:36Speaker B

Es ist gegangen, aber nebenbei hat er ja noch Buchhalter für andere Firmen gemacht.

14:40Karl Amereller

Ja, genau. Es waren fleissige Leute, die sich wirklich gekümmert haben, dass sie über die Runden kommen.

14:47Speaker B

Du hast ja dann gesagt, er hat die Spiele auch ausgeliefert und da kommt ja noch eine spannende Geschichte beim Ausliefern.

14:52Speaker C

Ja, genau. Die Auslieferung.

14:54Karl Amereller

Ist er in Steiffa gelandet. Und was war da? Emilie Rebmann ist Liebe auf den ersten Blick gewesen, eventuell. Das habe ich jetzt frei erfunden. Und die haben dann 1884 geheiratet. Und was natürlich jetzt auch einen praktischen Aspekt hatte, weil die hatten sehr viel Geld. So eine Rebburenfamilie. Und da ist Da haben wir dann ein wenig Geld übrig gehabt zum Investieren.

15:24Speaker B

Es sind 5 Kinder gehabt: Friederike, 1885 geboren, Karl, 1886, Emilie, 1888, Anna, 1894 und Paul, 1900. Das sind die Kinder. Von denen sind dann später ja dann ich. Kommen wir vielleicht nachher noch dazu.

15:42Speaker C

Ja.

15:43Speaker B

Du hast dann gesagt, das ist eigentlich Geld, das war, man hätte eigentlich investieren können, vielleicht. Und jetzt haben sie dort dann auch Fasnachtsartikel, Puppen.

15:52Karl Amereller

Sie haben da ein bisschen investiert, genau, in solche Sachen und sind auf Reisen. Also sie haben da einen Vertreter gehabt, der ist mit Pferd und Wagen, ist er da auf der Landschaft herum und hat manchmal eben so irgendwie 10 Lampen verkauft oder was man so für die Fasnacht braucht oder Masken. Und Dekoartikel, weil halt einfach, man hat ein bisschen diversifizieren müssen, weil mit den Spielsachen allein ist man nicht auf den heutigen Umsatz gekommen, um die Miete und Löhne zahlen zu können.

16:24Speaker B

Und das vergessen die Leute eigentlich, aber Fassach ist früher in der Stadt so ein grosses Ding gewesen. Da sind jetzt gerade grosse Partys im Kauf, Leute glauben sogar, aber heute ist das nicht mehr so gross, aber früher war das etwas. 1890 hatten sie keinen Platz mehr, also es ist doch eigentlich gelaufen und Dann haben sie ja, man redet von 50.000 Umsatz.

16:44Karl Amereller

50.000 Umsatz pro Jahr, die hatten ja, aber stagnierend. Also die haben müssen also sehr viel immer wieder Neues machen, um zu können über die Runden kommen.

16:55Speaker B

Wir haben dann aber Bahnhofstrasse 62 kaufen für einen Kaufpreis von 182.000 Franken.

17:03Karl Amereller

Jetzt der Schwiegervater hilft.

17:05Speaker B

Genau, das ist der Schwiegervater, der geholfen hat. Jetzt Ist das heute ja absolut die Prime Location. Ich gebe einmal noch schnell ein, was jetzt ist das?

17:13Karl Amereller

Dette, wo unser der Geidul hat das für 230 Millionen verkauft.

17:17Speaker B

Unglaublich! Und das ist Bahnhofstrasse 62. Ist das das Gebäude, wo man kennt, wo Franz Carvabel?

17:24Karl Amereller

Das ist das Gebäude, wo man kennt. Genau. Ein Haufen Stück und sie haben da dann in das Gebäude hinein gezögelt. Also Familie hat da oben drin dann gewohnt.

17:33Speaker B

Und dette ist ja dann der Franz Carvabel ja ein Jahr. Jahrzehnte oder fast Jahrhunderte tätig gewesen. Media hatte unter anderem jetzt den Hintergrund gehabt, der Apple-Laden ist ein Teil, und vorne dran ist glaube ich irgendwie ein Autoladen oder irgend so etwas. Aber das ist das Gebäude eigentlich, von dem der Franz Caravel berühmt geworden ist. Jetzt, was ist denn so in dieser Zeit passiert? Ist er, eben, er ist ja von ausserhalb gekommen, aber ist er akzeptiert gewesen in der Stadt? Hat man ihn angenommen?

18:06Karl Amereller

Ich kenne die Leute aus Würzburg. Wenn die Beize kommt, dann klopft es erst einmal auf den Tisch. Und alle kennen sich, alle reden miteinander, alle begrüssen einander. Wenn er auch so ein Mensch war, dann ist das schnell angekommen bei den Leuten. Und er hat ja auch sehr schnell den Dialekt gelernt und ist einfach dienstfertig gewesen. Er hat den Leuten geholfen, er hat sie gut bedient, er hat geliefert, er hat alles gemacht für seine Kunden.

18:35Karl Amereller

Es ist Es ist dann, und eben ein bisschen Geld haben jetzt, das hilft vermutlich auch bei der Integration, nicht so sein, die will. Die will rundherum, ganz viele reiche Leute haben dort gewohnt, in diesen Häusern an der Bahnhofstrasse, der unteren Bahnhofstrasse.

18:53Speaker B

1991, du hast gezeigt, für uns stagniert es ein bisschen, aber dann kommt der erste Prospekt bzw. Katalog, der berühmte Franz-Karl-Webber-Katalog mit Preisliste und Bildern und eben auch Auslieferung. Und deine Fahrzeuge auch, von denen konntest du den Umsatz fast verdoppeln bis 1800.

19:11Karl Amereller

Das sind am Anfang Holzschnitte gewesen, und das ist unglaublich aufwendig gewesen. Aber es ist natürlich für die Verbreitung gut gewesen. Und da sieht man auch die Innovation. Also sie haben mehrere Schritte, die Firma, gemacht, wo wirklich innovativ gewesen sind. Unter anderem der erste Laden in Zürich, wo durchgehend die Schaufensterfront gehabt hat. Das hat es dort nicht gegeben. Es gab das Fenster und die Tür. Und der erste Laden, der einen Katalog gemacht hat mit seinen Artikeln.

19:43Speaker B

Ja, und ich meine, heute ist man sich dem gar nicht bewusst, aber das sind natürlich Innovationen gewesen damals.

19:48Karl Amereller

Ja, ja. Und gleich, man muss sehen, die Grossmasse von Spielwaren ist nicht in den Spielwarengeschäften gekauft worden. Es gab ja noch zwei Konkurrenten, auch in Zürich. Wo Marie eigentlich wenig Chancen hatte.

20:02Speaker B

Welche Industrie, weisst du das?

20:03Karl Amereller

Nein, nein, nein. Die Dame stand schon irgendwo, aber die hat sie dann schnell nicht mehr gegeben, weil er den Lied übernommen hat. Aber eben die Angestellten, die Arbeiter, die Bauern, die haben natürlich vom Markt ihre Spielsachen gekauft. Und später dann, eben Jelmoli ist dann 20 Jahre später gebaut worden in Wadenhäuser, eben dann die günstigeren Sachen. Franz Karl Weber heisst auch immer Qualität, heisst irgendwie pädagogisch wertvoll. Es ist viel Holz, es ist viel, ja, einfach schöne, aber auch nicht billige Spielsachen.

20:44Speaker B

Das Bürgertum hat bei ihm eingekauft, nicht die Angestellten, nicht die Arbeiter. 1899 bekommt er das Bürgerrecht von Zürich und 1903 kaufen sie den Bahnhofstrasse 60 nebendran für rund 83'000 Franken.

20:59Karl Amereller

Es wächst.

21:01Speaker B

Es wächst, und auch die Kinder kommen langsam in das Alter. Sie gehen jetzt in die Handelsschule, und der Karl Junior tritt dann in die Firma ein.

21:10Karl Amereller

Ja, und der wird sehr lange in der Firma sein. Das ist auch wirklich ein Familienunternehmen über 103 Jahre mit nur 3 Generationen.

21:20Speaker B

Also die sind lange dabei.

21:22Karl Amereller

Die 5 Nachkommen, die alle sind über 90 geworden, und Betrockene Karriere gemacht und sind alle so 50, 60 Jahre im Unternehmen gewesen. Also weisst du, wenn du dir das vorstellst, also das geht. Da hat es so viel Freude gehabt auch, glaube ich, hat ein seltener Job, also sie haben es auch so beschrieben, es sei eine Chance, so einen Job zu haben, weil von denen gibt es nicht viel, die Spielsachen verkaufen können. Ich meine, es macht einfach den Leuten Freude und es ist ein Aufsteller, aber es ist auch ein ganz schwieriges Business, weil es so saisonal ist.

21:58Karl Amereller

Eben, du hast Weihnachten, du hast Ostern, du hast ein paar Geburtstage, aber es läuft ganz, ganz, ganz, ganz viel im Tempo der Weihnachten. Und es gibt ganz viele Zeiten, wo du alles zahlen musst und es kommt nichts rein.

22:16Speaker B

Wie so häufig in dieser Zeit, wo man darüber redet, der erste Weltkrieg kommt, Import wird schwierig, kein Katalog mehr, und man konzentriert sich dort auf Schweizer Spielsachen. Also, aber es ist eine schwierige Zeit, oder?

22:31Karl Amereller

Ja, das haben Franz und Karl Weber in beiden Weltkriegen sehr gut hingekriegt. Das Importverbot. Sie haben wirklich die Schweizer Hersteller gepusht und haben denen auch gesagt, was sie machen müssen. Also, die haben da auch geplant und Sachen zum Kopieren, die man in der Schweiz auch herstellen konnte, und haben sich so über Wasser halten können.

22:56Speaker B

1917 Eröffnung in Genf. François Charles Weber und Karl Junior. Der Karl Weber ist dort verantwortlich.

23:05Karl Amereller

Ja, der Karl hat dort seinen Gesellenstoch gemacht, indem er die Filiale geleitet hat am Anfang.

23:13Speaker B

1919 wird dann das Ganze in eine AG umgewandelt. Besitz ist beim Franz Karl, bei der Emily und beim Karl Weber, also bei seinen beiden Kindern. Und Sie haben dort dann auch das erste Mal einen Personalfürsorgestift gegründet. Das ist auch irgendetwas, das immer wieder kommt.

23:30Karl Amereller

Das ist sehr früh, ja. Und du musst dir vorstellen, die Angestellten, die arbeiten vor der Weihnacht zum Beispiel Tag und Nacht. Und du musst die Angestellten bei der Stange behalten. Weil wer ist dann schon bereit, ja, Sie reden von einem Lagerarbeiter, im Stroh zu schlafen, damit er morgens um 4 Uhr wieder anfangen kann? Also das verlangt sehr viel von den Angestellten. Und dann musst du auch etwas tun für sie. Also das ist selbstverständlich, dass du dann wie zu einer Familie zusammenwächst. Das muss Hand in Hand gehen.

24:05Speaker B

Aber damals war das nicht ganz so selbstverständlich.

24:07Karl Amereller

Nein, nein, nein. Das muss alles Hand in Hand gehen und die Leute müssen am gleichen Strick ziehen und auch stolz sein auf die Firma. Und die Sozialleistungen, die sie sehr, sehr früh angeboten haben, das sind Ich kenne eine Firma, die in den 60er Jahren noch keine Pensionskasse hatte. Also die waren schon sehr früh mit solchen Leistungen.

24:31Speaker B

1921 zieht sich der 76-jährige Bruder Konrad zurück. Der war eben so ein Bastler und Verkäufer hier.

24:40Karl Amereller

Ja, er war gerade ein genialer Verkäufer, aber jetzt für die Geschäftsleitung— die Geschäftsleitung war klar beim Franz Karl.

24:48Speaker B

1922 stirbt Emily. Das ist ja seine älteste Tochter.

24:53Karl Amereller

Seine Raubburentochter. Nein, seine Raubburenfrau. Genau. Und das hat ihn wahrscheinlich recht mitgenommen. Und da sieht man wieder einmal, das hat dort einen Übergabestag gefunden. Der Karl ist auch schon, was ist der, 40 gewesen, oder? Der Übergab, der passiert bei der Familie Weber immer Wirklich smooth. Die machen super Ausbildungen, die kommen in den Betrieb, schaffen sich hoch, kennen alles und werden nachher Prokurist und dann nachher im Verwaltungsrat und dann übernehmen sie die Leitung. Und das geht immer ohne jeden Streit oder ohne jedes Problem. Und andere Familienmitglieder und Anverwandte sind dann im VR drin. Das ist wirklich Familie. Wo alles dirigiert.

25:47Speaker B

Abgesehen von Emily kommt dann auch ein Kind. Kinder sind mehr und mehr im Tagesgeschäft involviert, wie du so erwähnt hast. Franz Karl arbeitet noch bis 67 im Tagesgeschäft, zieht sich dann zurück und stirbt dann 1948 mit 94. Das heisst, dort kommen jetzt mehr und mehr auch seine Kinder zum Zug. Karl Weber, der Sohn, heiratet dann Elvetia Grada. Von einem italienischen Kunstmaler. Also man sieht dann, wie gerade diese Zeit sich hineinverarbeitet.

26:19Karl Amereller

Ja, ja, Tochter von einem italienischen Kunstmaler. Er ist sehr kunstaffin, hat sicher auch in dem Zusammenhang keine Glück. Und wird auch bei diesen Kunstsammlungen dann übergeben später.

26:34Speaker B

Sie haben zusammen 4 Kinder: Franz Karl, Toni, Therese und Dora. Und denen geht es dann aber mit der Firma in die 1920er Jahre weiter. 1925 eröffnet Steiner, jetzt fängt die Expansion an, eröffnet eine Filiale in Bern, Gründung der Franz Carverber-Häuser AG, wo sie alle Immobilien in die Gesellschaft reintun. Und dort scheint es aber schon zu laufen, also zwischen den Weltkriegen.

27:02Karl Amereller

Ja, ja, es rollt schon, es wird immer grösser. Und sie übernehmen auch als Grossisten für andere Spielwarenhändler, übernehmen sie immer mehr, mehr Leute in der Schweiz.

27:17Speaker B

Der Sohn von Franz Karl, der Paul, tritt dann 1928 die Firma ein und ist dann verantwortlich für technische Spezifikationen. Das klingt nach einem Traumjob für mich.

27:27Karl Amereller

Ja, ja, ja, Eisenbahnen. Genau, Eisenbahnspezialist gewesen, großartig, Katalogchef, und hat angefangen, wirklich viel Werbung zu machen. Also sie haben von Anfang an Werbung gemacht. Es gibt Inserate vom vom ersten Betriebsjahr 1881 in der NZZ, wo es Kinderbälle anbietet. Also das Werbung hat schon immer ein bisschen gegeben und Katalog natürlich, aber so richtige Werbekampagne macht eben der Perl dann.

27:59Speaker B

Sie eröffnen dann die 4. und 5. Filiale 1929 in Luzern und Lausanne. Auch das funktioniert wunderbar, aber dann 1931 Wirtschaftskrise und Warenhäuser fangen an, Dumpingpreise zu machen. Also so wie man es ja wahrscheinlich kennt an Warenhäusern, die dann vom E-Commerce überholt worden sind, sind die spezialisierten Läden dazumal von den Warenhäusern angegriffen worden.

28:26Karl Amereller

Ja, und das ist ja dann immer mehr gewachsen, wenn du in die nächsten 50 Jahre schaust. Der Marktanteil von den Warenhäusern Die sind einfach so stark gewesen und eben sehr frequentiert.

28:38Speaker B

Du hast vorhin erwähnt gehabt, Karl Weber, sein Sohn, spendete eine grosse Gemäldesammlung der Firma, gründete die Stiftung Karl Weber de Grada Fonds. Und sie geben dann Studierendenbeiträge und Stipendien für ihre Angestellten, auch für die Ausbildung. Das ist ja auch immer wieder etwas, wo man sagt, sie geben in dieser Firma wirklich auch viel Geld für Mitarbeitend aus.

29:01Karl Amereller

Ja, es ist, es ist, ich stelle mir so ein bisschen so vor, du hast natürlich die flauen Zeiten, oder? Also es passt eigentlich, du hast eigentlich Zeit, um die Leute gut ausbilden zu lassen und Kurse machen zu lassen, wenn es flaue Zeiten hat, und sie investieren in ihre Mitarbeitenden, und die gehen durchs Feuer für sie, weil es sind, glaube ich, auch der Franz Karl und Karl sehr menschliche Figuren gewesen. Schon sehr strenge Patre, aber sehr menschliche Figuren. Gute und grosse Vorbilder. Ich denke, bei Punkt Arbeitsmoral sehr grosse Vorbilder für alle.

29:40Speaker B

Anne hat weitere Immobilien gekauft am Randweg und sie hat wahrscheinlich dann den Durchbruch, den man heute kennt. Oder hat sie noch eine Chance gehabt?

29:49Speaker C

Ja, genau.

29:50Speaker B

Es ist schon richtig gross jetzt. Und ich nehme an, die Panersstrasse hat sich auch langsam angefangen zu entwickeln.

29:58Karl Amereller

In den 60er Jahren bin ich noch über die Passarellenhindernisse gelaufen. Ich kann mich daran erinnern. Nachher ist ja dann alles zusammengesetzt worden mit den Kooperationen und so weiter. Und das Weltberühmte Rotspahn natürlich.

30:16Speaker B

Genau. 1942, Ende vom Zweiten Weltkrieg, Filial in Basel, die sie dann eröffnen. Aber auch dort, sie setzen es wieder auf Schweizer Herstellbare.

30:29Karl Amereller

Im Krieg müssen sie wieder ohne durch.

30:31Speaker B

Wie schon im Ersten Weltkrieg, sie kommen eigentlich recht gut durch, weil sie dort halt wirklich Fokus auf Schweizer Produkte setzen.

30:39Karl Amereller

Ja, und jetzt kommt die dritte Generation langsam ins Spiel. Weil Karl hat etwas Schönes gemacht eigentlich, er hat Franz Karl als Sohn benannt, oder mit seiner Frau zusammen. Und Franz Karl, der wird bis zum Ende dieser Firma präsent sein. Und wenn wir heute eigentlich Franz Karl Weber identifizieren mit der Person, ist häufig eben er gemeint, weil er über 60 Jahre in der Firma war.

31:11Speaker B

Und ja, genau, das macht so, ich sage ja einfach im Podcast, das heißt die dritte Generation, auch wieder Franz Karl Weber. Er übernimmt dann die Leitung 1950 und ist eben dann lange in dieser Firma dabei und hat einen sehr angenehmen Führungsstil, oder?

31:27Karl Amereller

Ja, und das ist jetzt wirklich der Businessman. Der hat also in der Business School of Columbia University seine Studien gemacht. Der ist Consultant gewesen von einem Spielwarenhändler in New York, vom Schwarz, von dem hören wir dann noch, und ETH-Vorlesungen gehalten. Und er hat die weltweite Branche Organisationen gründet und geleitet. Also das ist wirklich der Business-Experte gewesen.

32:03Speaker B

Und dort fängt ja dann die Expansion an. Sie kaufen ein Wittershaus, Rennweg Fortuna, und nutzen es als Lager. Das kann man sich gar nicht vorstellen.

32:13Karl Amereller

Aber in den 50er Jahren, genau dann.

32:15Speaker B

Genau, und dort ist ja der Hauptsitz der Gruppe.

32:18Karl Amereller

Und später dann einmal der erste Big Gaszoll, oder?

32:21Speaker B

Ah ja, 1948, wie erwähnt, stirbt eine Hans Karl Senior mit 94, und dann geht es aber dann erst richtig los, so in den 50er Jahren. Sie fangen da in Altstetten das große Lagerhaus, sie haben die Filiale in Tessin, in Biel, in St. Gallen, und der Katalog wird genutzt zum Partnergeschäft, zum System von der Partnergeschäft. Ist das so ein Franchise?

32:53Karl Amereller

Das ist auch eine der grossen Innovationen dieser Familie. Partnergeschäft, sie stellen einfach Platz zur Verfügung und machen Bedienung natürlich. Franz Karl Weber tut seine Ware dort drin.

33:09Speaker B

So ein bisschen Shop-in-Shop-mässig.

33:11Karl Amereller

Ja, ein bisschen Shop-in-Shop-mässig. Ich denke mal, das ist sehr früh, 1952, so etwas zu machen. Sie können natürlich auch, was ich auch schon gesehen habe, Franz Karl Weber-Katalog mit dem Stempel von einer Von meinem Basler Geschäft drauf oder von meinem Berner Geschäft drauf. Das könntest du dann verteilen. Das ist für Ihren Umsatz gut.

33:34Speaker B

Also Sie müssen nicht überall, wie Sie das gemacht haben, die Immobilien zusammenkaufen, sondern können mit denen zusammenarbeiten. Franz-Karl Weber-Stempel drauf und nachher können die Leute von dem Brand eigentlich profitieren. Sie gründeten ein solches Spielzeugmuseum 1956. Gibt es das noch?

33:53Karl Amereller

Ja, also das ist oben an der Bahnhofstrasse 62 gewesen. Ich nehme jetzt mal an, Familie ist ausgezogen und es hat dort ein bisschen Räume gehabt. Ich könnte mir vorstellen, dass es in diesem Räumen gewesen ist, in dem oberen Stück, wo doch 10.000 Besucher gehabt hat im Jahr. Also das ist schon noch etwas Wichtiges gewesen, das Spielzeugmuseum. Das sind Sachen, die sie zusammengekauft haben auf Flohmärkten und restauriert haben.

34:18Karl Amereller

Das hat eine interessante Geschichte, weil wo dann Franz Karl Weber untergegangen ist, dort ist es geschlossen worden. Und es hat jetzt innovative Leute in Wald und K., die das übernommen haben und gepflegt haben. Und es wird also Ende 26 wieder eröffnet, und zwar in In Wald.

34:45Speaker B

In Wald wird Franz Karl Weber Museum.

34:47Karl Amereller

Franz Karl Weber Spielzeugmuseum wieder eröffnet. Sie sind am Einrichten im Moment.

34:54Speaker B

Grossartig, werde ich sicher mal vorbeigehen. 1968, der Bruder von Franz Karl Junior ist der Toni, kommt auch ins Geschäft ein. Und jetzt geht es richtig los mit der Internationalisierung. Man hat schon ein paar Standorte in der Schweiz, aber jetzt werden Spielwarenketten in Deutschland, Österreich und Frankreich ist übernommen, und jetzt geht's richtig los.

35:17Karl Amereller

Ja, das geht dann sehr schnell. Und der Franz Karl Weber, also 2, er ist eigentlich der Treiber hinter dem, hinter der Internationalisierung. Gut, er hat viel im Ausland geklappt, die sind viel gereist, die Leute, auch zum Einkaufen. Und ich kenne ein paar aus dem FF, und er trieb das voran eigentlich Gegte Wille vom Verwaltungsrat.

35:44Speaker B

Ja, er zieht das durch im Alleingang.

35:47Karl Amereller

Und ein bisschen später merkt man dann, dass der Verwaltungsrat vielleicht auch nicht so ganz unrecht gehabt hat.

35:53Speaker B

Aber bis dato scheint es erfolgreich zu sein. 1972 machen sie Franz Karl Weber International AG und 1968 machen sie schon über 100 Millionen Umsatz, was richtig, richtig viel ist, oder?

36:07Karl Amereller

Ja, ja, im Maximum werden es etwa 200 Millionen. Umsatz machen.

36:13Speaker B

Dann hat Toni, wo wir vorhin erwähnt haben, 1989, hat er dort wieder eine kleine Innovation gemacht: Service Merchandising. Was ist das genau?

36:23Karl Amereller

Ja, also du kennst es vielleicht eben von Warenhäusern. Also du hast im Laden zum Beispiel von Lego einen grossen Stand, und Lego kümmert sich selber darum, dass dort immer alle Produkte sind.

36:40Speaker B

Also stellst du Fläche zur Verfügung?

36:42Karl Amereller

Du stellst Fläche zur Verfügung und Verkaufspersonal und Miete und alles, aber Bestockung von Waren, das passiert dort durch den Lieferanten. Der muss sich darum kümmern, was natürlich für beide Seiten gut ist. Der Lieferant hat einen sicheren Abnehmer und der andere muss einfach darauf schauen, dass dass er wirklich immer alles hat, was gerade angesagt ist. Auch dort sehr, sehr innovativ.

37:10Speaker B

1972 kommt die dritte Generation, komplette, also Toni und Paul übernehmen Tolding, und mir geht wirklich ein großer Schritt, die Internationalisierung, große, viele Ladengründungen im Tivoli wird gemacht, dann hat man noch Erwachsenenspielzeug Picasso, das ist das, was du vorhin erwähnt hast, man hat viele andere am Rennweg. Es geht richtig los und dann 1974 Übernahme von der FAO Schwarzgruppe. Das war der Weg.

37:39Karl Amereller

Friedrich August Otto Schwarz, der hat das älteste Spielwarengeschäft gehabt von den USA, also aus der Riese-Kette gewesen, mit dem Hauptsitz Fifth Avenue. Fifth Avenue, genau. Also nicht irgendetwas, sondern 1862, also der hat noch 20 Jahre vor Franz Karl Weber angefangen. Ursprünglich Deutscher auch.

38:03Speaker B

Er hat ja dort das Lehrgemacht, oder? Der Franz Karl Weber. Nein, die Praxis ist nicht leer, sondern er war dort in der Stage.

38:10Karl Amereller

Die haben das übernommen.

38:11Speaker B

Also sie gehen in die USA und drehen am ganz, ganz grossen Rad in den 70er Jahren.

38:17Karl Amereller

Und jetzt kommt eigentlich der Höhepunkt. 1981, 100 Jahre Franz Karl Weber, 60 Länder in der Schweiz, 40 in Deutschland, 10 in Österreich, 17 in Frankreich. 36 in den USA, 163 Geschäftsleute, 2700 Mitarbeitende und über 300 Millionen Umsatz. Und es ist das weltgrösste Unternehmen der Branche.

38:41Speaker B

Unglaublich. Ja, unglaubliche Story, Wachstumsstory, wo sie dann wirklich anfangen, akquirieren. Aber du hast vorneweg gesagt, das ist der Höhepunkt gewesen. Es gab dann langsam ein paar Happen.

38:57Karl Amereller

In den 80er Jahren ging die Konsumentenstimmung ein bisschen zurück seit der Erdölkrise. Ja, und die Leute sind einfach weniger käuflich, und das ist weltweit, und sie leiden weltweit. Und der Umbau der Bahnhofstrasse hat unglaublich viel Geld gekostet, und das finanzielle Polster ist nicht mehr so gross, und sie sind Leider dann 1982, 83 schon gezwungen, ihre Beteiligungen im Ausland langsam nahezu abzustossen und zu schliessen.

39:34Speaker B

Also die Expansion ins Ausland ist gescheitert?

39:36Karl Amereller

Ja, die ist gescheitert. Das war eine Nummer zu gross, weil der Umbruch in der Spielwarengeschäft ja auch ganz extrem war.

39:47Speaker C

This podcast is presented by Swissquote. Swissquote is my favorite bank when it comes to trading myself. So when I have ideas of companies and I want to trade a stock or I want to trade a fund that is maybe a little bit special and I had the idea for it and I thought, okay, this will have a USP in the future, I will trade it through Swissquote. Why? Because it's super fast, it's reliable, and it's not that expensive.

40:15Speaker C

So yes, you will find other banks where you can maybe trade a bit cheaper, but for me, the important thing is that Swissquote is reliable. It's a Swiss bank and it's not too expensive. The price-value ratio is just fantastic with Swissquote. So this is the bank I've been using like for 3, 4 years when it comes to my personal trading. If you want to use Swissquote, use the code NKT_LN, all caps locked. You will get 100 francs when you have a deposit of 1,000 francs.

40:44Speaker C

So try it. It's a bank built by engineers. That's what I really love about them.

40:50Speaker B

Und auch sie haben dann Nachfolgeproblem gehabt. Also es ist keine vierte Generation gekommen, sondern die dritte Generation.

40:55Karl Amereller

Ja, der Ton ist auf die sechzig zugegangen und und es hat niemand gehabt, der hat will übernehmen.

41:01Speaker B

Dann verkauft man, das ist ein grosser Punkt, 1984 an Dänner an berühmte Karl Schweri, wo man eigentlich auch mal könnte eine Folge darüber machen.

41:09Karl Amereller

Karl Schweri genau als Tochtergesellschaft vom vom Dänner.

41:13Speaker B

Und der Danner ist natürlich auf Preissensitivität, ist er immer gewesen.

41:17Speaker C

Das heisst, er—

41:18Karl Amereller

Ja, ja, Konsumentenschützer.

41:20Speaker B

Ja, und er hat dort dann einfach angefangen, auch optimieren, hat angefangen zu schrumpfen, hat aber die Immobilienpalte, was sehr klein war.

41:27Karl Amereller

Ja, ja, der Grund eigentlich für die Übernahme ist nicht—

41:30Speaker B

Die Immobilien.

41:31Karl Amereller

Also sie haben geschrieben in der Presse damals, es hätte ich gar nicht so geschaut, wie gesund das Unternehmen ist oder nicht gesund.

41:41Speaker B

Er hat die Immobilien wählen.

41:42Karl Amereller

Er hat die Immobilien wählen. Und natürlich, wie jeder Verkauf vor Ort gefunden hat, sie haben gesagt, wir behalten da die Läden, wir behalten da die Mitarbeitenden, und nachher haben sie gemacht, was sie haben wollen.

41:55Speaker B

Sie haben dann 1986 die Schwarz, die FAO Schwarz, also das alte Spielzeuggeschäft, genau, das haben sie dann verkauft an einen US-Investor, aber die ist dann Die Firma ist dann 2003 dann auch in Konkurs gegangen und hat 2004 ihre Liegenschaft dann an der 5.

42:18Karl Amereller

Avenue verkauft. Durch Haschis nehmen, genau.

42:21Speaker B

2006 9 Filialen und 1661 auf 9 innerhalb von 30 Jahren, fast 20 Jahren, oder?

42:32Karl Amereller

Ja, ja, ist unglaublich, diese Rümpfung.

42:35Speaker B

Und was passiert so? Es wird ja dann also deiner Familie also schwer ins Herz gehen, oder deiner. Was passiert denn 2006?

42:43Karl Amereller

Ja, Ludendo ist eine grosse Spielwarenketten in Frankreich und die übernehmen das. Und die sind Marktführer in Europa zu selberer Zeit. Die Begründung vom Enkel von Carl Fréry, von Philippe Gaidoul, war, der Alleingang sei nicht möglich. Konkurrenz sei zu gross. Und es ist klar, man braucht eine gewisse Grösse, um die Einkaufsmacht zu haben, die man braucht. Zum Überleben. Vor allem in der Schweiz mit den hohen Löhnen, mit den hohen Mehrzinsen und so weiter. Und es ist ja, wie Franz Karl schon vor 10 Jahren gesagt hat, ein Pfenniggeschäft, Spielwarengeschäft. Du musst sehr viel verkaufen und hast jedes Mal eigentlich wenig Profit.

43:31Speaker B

Zusätzlich, wie es sicherlich geht, dann auch E-Commerce, Amazon und wie sie alle heissen. Ich habe natürlich noch bei vielen Toys R Us gegangen. Das war das grosse Ding, dass das in die Wolle aufgegangen ist. Die übernehmen dann die FAO Schwarz. 2007, Ludendo wird restrukturiert. Also der Spielwarenbranche läuft es nicht gut in dieser Zeit, oder dem stationären Spielhandel nicht gut, oder?

43:57Karl Amereller

Ja, Konkurrenz ist einfach riesig und der Onlinehandel spielt noch nicht so eine Rolle, aber Aber ja, neue Spielgewohnheiten, also der erste Computer. Magst du dich erinnern, 80er Jahre, also da hast du den ersten Computer gehabt, Computerspiel, das alles etwas völlig anderes ist auf einen zugekommen. Und dann Fabrikanten wie LEGO, die eigentlich Läden aufmachen durften.

44:20Speaker B

Die haben den E-Commerce, wo viel Druck wahrscheinlich gemacht hat. Dann geht es relativ zügig, 2014 wird das Spielzeugmuseum verkauft, 2026 geht es wieder in den Wald auf, du hast es erwähnt. 2016, Franz-Karl Weber-Stammhaus an der Bahnhofstrasse 62, Münz verlassen nach 126 Jahren.

44:39Karl Amereller

Ja, der Degner-Enkel verkauft das Gebäude an Swiss Life und Swiss Life geht mit dem Mietzins hoch, ja, wie es immer passiert. Und dann wird zuerst die Fläche reduziert und dann nachher müssen sie ausziehen.

44:55Speaker B

Könnte dann ein Bahnhofplatz, jetzt sind sie ausziehlig gewesen, nie ein gutes Gebäude gewesen, Verspielzeug, solche Verschachtelungen gewesen, ich war ein paar Mal da. Und dann das, was wir erwähnt hatten eingangs vom Podcast 218, Ludendo im Konkurs. Marcel Doppler, der Gründer von Digitec Galaxus und FDP-Nationalrat, zusammen mit Moschweri und der Spielwarenketten Simba.

45:19Karl Amereller

Simba, den kenne ich auch.

45:20Speaker B

Ja, das kennt man ja auch.

45:21Karl Amereller

Spielwarenketten von Deutschland, ja.

45:24Speaker B

Und die kaufen das Unternehmen.

45:28Speaker C

Und dort kommt die Theorie, die ich damals mal auch hatte, die eigentlich eine gute Theorie war.

45:32Speaker B

Marcel wo ihr natürlich online affin seid. Hey, wir können den Onlinehandel hier von dem Ganzen— Aber es hat trotzdem nicht funktioniert.

45:42Karl Amereller

Nein, es war einfach zu klein. Und weisst du, der Charme von dem Laden hat gar nicht aufgestanden. Oder auch von den anderen Läden. Die Dekoration, die Identifikation von den Mitarbeitenden mit dem Laden. Es ist einfach nur noch wie im Warenhaus. Du gehst ans Gestell, du nimmst etwas raus. Es hat nicht mehr geklappt. Es ist in dem Sinn auch nicht so ein grosser Verlust gewesen.

46:10Speaker B

Und dann kommt Corona, das hat dem Ganzen wahrscheinlich auch den Todesstoss gegeben.

46:14Karl Amereller

Ja, nein, für die Spielwarenbranche war das eigentlich eine super Zeit. Die haben Spitzenumsätze gemacht während Corona. Aber umso trauriger, dass sie das trotzdem nicht geschafft haben.

46:26Speaker B

Ja. 2023 hat die Drogerie Müller verkauft. Dort ist jetzt auch ein Müller drin.

46:34Karl Amereller

Das tönt jetzt ein bisschen schräg, Müller. Wir kennen es nur als Drogerie. Aber ich meine, Franz Karl Weber hat noch 50 Millionen Umsatz gemacht im letzten Jahr. Also Drogerie Müller hat mit Spielsachen allein 500 Millionen Umsatz gemacht im Jahr, Euro. Aber also es ist bereits ein wichtiger Player gewesen im Spielwarenhandel. Also es ist nicht so, oder hat er beizogen, dass man das genau hat. Aber natürlich ist auch offenbar Müller wieder vor allem an der Immobilie interessiert gewesen, die er leider drin gewesen ist.

47:11Speaker B

Und dann hat Müller das gemacht, was eigentlich Franz Carverber früher gefunden hat: Shop in Shop. Plötzlich sind die Franz Carverber nur noch Shop in Shop mit diesem Müller gewesen, die heute noch 12 Filialen haben und Onlineshop.

47:24Karl Amereller

Ja, das wechselt je nachdem, wo du suchst. Es können da noch die mehr sein oder noch die weniger. Oder man zählt die Halben heute. Oder ja, es ist auf jeden Fall sehr rudimentär.

47:36Speaker B

Ja, und es hat keine Bedeutung mehr heute. Ich kann viele gute Kinder aufnehmen, auch wenn es nicht online ist, es hat keine Präsenz mehr bei mir. Die Story ist, was wir Leute so sagen, vergessen.

47:49Karl Amereller

Und ich meine, so grosse Marken wie Märklin, da läuft das Wasser im Mund zusammen.

47:56Speaker B

Steif, kann man das schlägen?

47:57Karl Amereller

Steif, ja. Brio-Bahnen, Ravensburger oder Lego seit 1986. Hans Lego Karl, einer der ersten Schauklopfer. Hast du schon mal Schauklopfer gesehen in den letzten 20 Jahren?

48:12Speaker B

Nicht mehr. Leider nicht.

48:14Karl Amereller

Ja, ja, ja. Oder es ist eigentlich aus Plastik.

48:16Speaker B

Hey, wir sind schon fast am Schluss. Wir haben immer wieder am Schluss so zur Erstbedeutung, vielleicht hast du noch ein Zitat. Was ist so deine Bühnenteilbedeutung?

48:24Karl Amereller

Ja, ein Zitat, ich glaube, da wartet die noch ein bisschen drauf.

48:27Speaker C

Ja.

48:27Karl Amereller

Aber es ist für mich einfach Kantenbedeutung. Ein beeindruckender Familienbetrieb. Und dass jede Generation wieder am gleichen Strick gezogen hat, ich glaube, das ist ein Zauber der Spielwarenbranche. Also es ist einfach etwas Schönes. Du machst Freude und ich glaube, das motiviert auch die Leute. Und was man sicher sagen kann, die Vorbildfunktion von den leitenden Personen, die Begeisterung, die Identifikation mit dem Laden, das war einmalig.

49:01Karl Amereller

Und dann natürlich auch zum Optimismus von diesen Playern. Franz Karl Weber, ein Senior, hat einmal gesagt, vergiss nicht, dass jede schwarze Wolke eine dem Himmel zugewandte Sonnenseite hat. Das ist ja eben das, was sie auszeichnet, dass sie sich immer an die Umstände anpassen konnten. Während der Kriege, mit den CH-Spielsachen und so weiter und so fort. Die haben immer einen Ausweg gefunden, gemeinsam, und auch gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden.

49:37Speaker B

Hey, ich glaube, das ist ein schönes Zitat zum Schluss. Hast du noch irgendetwas?

49:41Karl Amereller

Ja, ich kann eben noch. Also, es ist eigentlich ganz ein kurzes. Der beste Laden ist immer noch der, in dem der Besitzer steht.

49:50Speaker B

Ich glaube, das macht Sinn.

49:51Karl Amereller

Das macht sehr viel Sinn.

49:53Speaker B

Und das sollen sich die Leute merken, all die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer, die den Podcast hören. Ja, präsent.

50:00Speaker C

Präsentie.

50:00Speaker B

Dankjewel, Karl, voor die samenvatting. Hoogspannend, zie je. En dan mogen we graag als eerste Karl Schwerri, alder. Ik geef je iets podcast.

50:08Karl Amereller

Nee, mogen we net als nergens. Ik geef vieren nog eens industrie. Ik heb hier podcast.

50:14Speaker B

Alles goed.

50:14Speaker C

Goed.

50:15Speaker B

Ik geef de podcast toe.

50:16Karl Amereller

Ciao.

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